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Die Gastfreundschaft der Madagassen ist sprichw& ouml;rtlich und f& uuml;r einen Europ& auml;er & uuml;berraschend. Wenn ein Fremder in einem Ort & uuml;bernachten will wird er meist vom Dorf& auml;ltesten oder B& uuml;rgermeister empfangen und in einer kleinen Ansprache willkommen geheissen. Dabei wird, je nach Region, vielleicht auch eine kleine & #132;droit de visite& #147;, eine Art Besuchsgeb& uuml;hr f& auml;llig. Auch wenn es wirklich nichts zu sehen gibt. Das gilt aber nur f& uuml;r Touristen. Wenn es kein Hotel gibt bekommt man einen Platz f& uuml;r sein Zelt, oder es wird eine Privatunterkunft gesucht. Der Hausbesitzer muss dann weichen.


Es gibt mehrere Gr& uuml;nde f& uuml;r diese Gastfreundschaft. Einen Fremden freundlich zu empfangen ist zun& auml;chst ein Ausdruck pers& ouml;nlicher H& ouml;flichkeit. Man will auch zeigen, dass das Dorf oder die Familie in der wirtschaftlichen Lage ist ein Besucher aufzunehmen. Aber dar& uuml;ber hinaus ist das wichtigste Motiv die Angst vor dem Fremden und der vielleicht & #132;b& ouml;sen Macht& #147;, die er besitzt. Das Unbekannte in Verbindung mit einem Fremden in ein Unsicherheitsfaktor. Also ist es am besten friedlich und freundlich zusammenzutreffen. So ist es eine Notwendigkeit den Regeln der Gastfreundschaft zu folgen um sich, die Familie und das Dorf gegen die unbekannte und vielleicht gef& auml;hrliche Macht zu sch& uuml;tzen.



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© by Klaus Sperling, 2001, 2003