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Madagascar ist der Name der Insel. Malagasy als Substantiv ist der Name des Volkes und der Sprache. Als Adjektiv sagt es alles über Madagascar.


Geschichte und Politik

Manahoana ? oder Salama. Wie geht es ? Oder Guten Tag sagt man in Madagaskar zur Begrüssung. Dann folgt oft ein kurzes Gespräch, woher, wohin und überhaupt, wie geht's. Besonders in den ländlichen Regionen und auch in der Gegend von Fianarantsoa ist die Art der Begrüssung von grosser Wichtigkeit. Es bedarf der Einführung. Der Einführung der eigenen Person in das Geschehen. Wir sollten hören und sehen. Wir sollten versuchen Zugang zu finden zu Land und Leuten. Um so mehr, als es auch unsere Aufgabe als Besucher ist, mit den Menschen in Kontakt zu treten, anstatt sich nur für Tiere, Pflanzen und Denkmäler zu interessieren. Wir sind jetzt in Madagaskar. Einem grossartigen Land, mit freundlichen und geduldigen Meschen.

Obwohl das Land recht nah am afrikanischen Kontinent liegt wurde es erst vor 1500 bis 2000 Jahren besiedelt. Seither sind allerdings dramatische Veränderungen eingetreten. Die ersten Bewohner kamen überraschender Weise nicht aus Afrika, sondern von den weit über 6000 km entfernten Küsten Indonesiens und Malaysias. Die Mehrheit der heutigen Bevölkerung entstammt diesen Einwanderern. Durch die Mischung der malayischen und der afrikanischen Einflüsse entstand die einzigartige Kultur Madagaskars. Im Laufe der Zeit entstanden 18 ethnische Gruppen. Die bedeutendsten sind die aisatisch geprägten Merina und Betsileo im zentralen Hochland und die Sakalava im Westen sowie die Bara in südlichen Gebieten, die mehr afrikanische Züge haben. Die ersten Europäer waren um 1500 die Portugiesen. Im 17. und 18. Jahrhundert liessen sich zahlreiche Piraten an den Küsten, besonders im Osten, nieder. Im Laufe der Jahrhunderte konnte sich die ethnische Gruppe der Merina als führende politische Kraft etablieren und behaupten. Englä;nder und Franzosen versuchten die Gewalt über Madagaskar zu erringen. Letztlich waren die Franzosen 1895 erfolgreich. 1960 endete die Kolonialzeit und das Land wurde unabhängig, der erste Präsident war Phillibert Tsiranana. 1975 kam Admiral Didier Ratsiraka an die Macht. 1993 wurde seine Diktatur durch eine freie Wahlen beendet. Dr. Albrert Zafy, ein Herzchirurg, wurde Präsident. Aber er konnte die wirtschaftlichen Probleme des Landes nicht lösen, statt dessen verschlimmerte sich die Krise immer mehr. Bei den Wahlen im Februar 1997 konnte Ratsiraka den Präsidentenpalast zurückerobern.


Landessprachen

sind Malagasy und Französisch. Beides sind auch die offiziellen Amtssprachen. Über einen Zeitraum von einigen Jahren wurde kein französisch an der Schule gelehrt. Das hat sich aber wieder geändert, so dass einige französische Sprachkenntnisse ausreichen um leicht mit der Bevölkerung in Kontakt treten zu können. Englisch wird seltener gesprochen. In der Gegend um Antananarivo kann man dank der Arbeit des Circle Germeno - Malagasy recht oft deutsch sprechende Menschen treffen.


Zeitzonen

Das ganze Jahr GMT + drei Stunden, das heisst während deutscher Normalzeit + zwei Stunden, während der Sommerzeit + eine Stunde.


Geografie, Geologie und Klima

Die Insel liegt im westlichen indischen Ozean, durch den ca. 400 km breiten Kanal von Mozambique von Afrika getrennt. Das Land liegt in den Tropen, auf der südlichen Halbkugel. Der südliche Wendekreis der Sonne liegt auf der Höhe von Tuléar. Es ist nach Grönland, Papua - Neuguinea und Borneo die viertgrösste Insel der Welt. Ein grosser Teil des 1580 km langen und 580 km breiten Landes ruht auf einem Kristallsockel. Es gibt keine wirklich hohen Berge, aber das zentrale Hochland erstreckt sich fast von Nord nach Süd durch das Land. Die Höhe beträgt zwischen 750 m und 1350 m über dem Meeresspiegel. Speziell im Hochland sind viele Edel- und Halbedelsteine zu finden. Es fä;llt nach Süden und Westen sanft ab und bildet teilweise Kalksteinformationen. Im Osten fä;llt das Hochland steil ab, um am Indischen Ozean einen schmalen Küstenstreifen zu bilden. Madagaskar ist nicht vulkanischen Ursprungs, aber in einigen Landesteilen gab es Vulkane, bzw. vulkanische Aktivitäten. Regenzeit ist von November bis Mä;rz. Im Januar und Februar kann, vor allem in den Küstenregionen es zu Zyklonen kommen und die Flü sse des Landes schwellen an. Trockenzeit ist von April bis Oktober. Es ist mild und warm, nachts kann es im Hochland empfindlich kühl werden. Die Jahreszeiten wie wir sie kennen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Temperatur schwankt zwischen 25 und 40° Celsius am Tage.


Landeswährung

ist der Franc Malagache (FMG). Zur Zeit entsprechen 1000 FMG etwa 0,15 €. Zusätzlich wird in Ariary gerechnet. Dabei entspricht ein Ariary fünf FMG. Auf den Geldscheinen und -münzen sind teilweise beide Währungseinheiten angegeben.


Touristische Bedeutung

1996 besuchten 90 000 Europäer Madagaskar, behauptet jedenfalls die Statistik. Ein grosser Teil davon dürften Geschäftsreisende gewesen sein. Überwiegend sind es Franzosen, die hierher kommen, mit grossem Abstand gefolgt von Italienern, Schweizern, Österreichern und Deutschen. Über den Anteil der deutschen Besucher gibt es keine Statistik. Das Land ist interessant für Leute, die abseits ausgetretener Pfade Neues entdecken wollen. Massentourismus ist bis heute ein unbekanntes Wort.


Anreise

Die Anreise erfolgt normalerweise mit dem Flugzeug. Von Europa aus fliegt die Air Madagascar dreiimal in der Woche von Paris nach Antannanarivo. Mit der Air France gibt es ebenfalls drei wöchentliche Flüge ab Paris, und mit der Corsair alle 8 Tage. Für einige Kreuzfahrtschiffe ist Madagaskar Station.


Nationalparks

Einer der Hauptgrüde Madagaskar zu besuchen sind die Vielfalt der Klimazonen, die landschaftlichen Reize und die einzigartige Flora und Fauna. Die bekanntesten Naturschutzgebiete sind im Süden das Isalo-Massiv zwischen Ihosy und Toliara mit seinen wilden und spektakulären Landschaften und das Berenty Reservat bei Toalanaro. Im zentralen Hochland das Perinet Reservat und der Ranomafana Nationalpark bei Fianarantsoa. Im Norden der Montagne d'Ambre Nationalpark nahe Antsiranana mit seiner wunderschö nen Landschaft und Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Oder im Westen die Tsingy de Bemaraha mit seiner wilden Karstlandschaft. Viele Naturschutzgebiete sind gut erreichbar und es gibt Übernachtungsmöglichkeiten im Park oder in Ortschaften in der Nähe.


Das zentrale Hochland

Antananarivo, auch kurz Tana genannt, ist die einzige Stadt, die von Europa aus mit Linienmaschinen angeflogen wird. Und somit ist Tana das Eintrittstor nach Madagaskar. Die Stadt liegt ungefähr 1300 m hoch und hat vielleicht 1,3 Millionen Einwohner. Gekennzeichnet von hektischem städtischem Getriebe und Verkehr, liegen hier auch gewisse Gefahren und Risiken für Besucher. Sehenswert sind einige der vielen Märkte, insbesondere der Zoma , die sich zum Wochenende hin über die Stadt erstrecken. Die Rue de l'Independence führt vom Bahnhof bis zu den grossen Treppen, mit vielen Ständen und Möglichkeiten alles erdenkliche zu erstehen. Hier finden sich auch viele Regierungs- und Verwaltungsgebäude. Es gibt zahlreiche katholische und evangelische Kirchen in der Stadt, z. B. die oft abgebildete katholische Kirche Faravohitra. Im November 1995 fiel die Rova , der Palast der Königin, den Flammen zum Opfer. Daher ist zur Zeit eine Besichtigung nicht möglich und die Restaurierung wird auch Jahre dauern. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der zoologische Garten Tsimbazaza mit dem Acad& eacute;mie Malagache Museum. Man ist bemüht Tiere und Planzen aus dem ganzen Land zu zeigen. So sind zum Beispiel einige Lemuren-Arten und auch Krokodile zu finden. Gezeigt wird auch der Vogel Rock (Aepyornis), der vor über 500 Jahren ausgestorben ist. Leider ist der Zustand der Ausstellungsstücke nicht immer optmal. Vor allem ist Antananarivo aber eine Stadt zum umherwandern. Und die schönsten Plätze und Märkte wird man bei einem lockeren Spaziergang durch die Strassen entdecken. Am Bahnhof fahren zwei der vier Bahnstrecken Madagaskars. Es sind die Züge nach Antsirabe und Toamasina. Die Reise mit der Bahn dauert pro km länger als bei uns. Das Streckennetz ist insgesamt 850 km lang und wurde während der Kolonialzeit gebaut.

In der Umgebung von Antananarivo kann man Ambohimanga besuchen. Es ist ein Tagesausflug von der Hauptstadt aus. Man hat eine fantastische Aussicht auf die Landschaft. Hier ist die alte Rova, die bis ins 19. Jahrhundert als Regierungssitz diente. Es ist ein einfacher Bau aus Holz. Ein hübscher kleiner Ort, der in Gegensatz zu Tana steht, mit roter Erde, Eukalyptusbäumen und ruhiger Atmosphäre.

Südlich von Antananarivo erstreckt sich das zentrale Hochland weiter über Antsirabe und Fianarantsoa bis nach Ambavalao . Während Antsirabe, wie die Hauptstadt in erster Linie noch eine Merina Stadt ist, liegt Fianarantsoa mitten im Betsileo Gebiet.

Die wunderschöne Stadt Antsirabe liegt 165 km südlich von Antananarivo, auf einer Höhe von ungefähr 1500 m. Die Stadt wurde 1872 gegründet und während der französischen Kolonialzeit als Thermalbad berühmt. Heute hat Antsirabe drei Gesichter. Zum einen die geschäftige malagasy Stadt, mit dem täglichen Markt und den meisten Geschäften. Nördlich der Kathedrale ist dagegen eine andere Welt. Ein eleganter und grosszügig angelegter Stadtteil erstreckt sich hier. Breite blumengeschmückte Strassen, mit schönen Villen vermitteln den Eindruck einer französischen Stadt um die Jahrhundertwende. Vom Bahnhof führt eine Prachtstrasse zum einst erstklassigen Hotel des Thermes. In der Nähe ist das Thermalbad , das noch in Betrieb ist. Der dritte Stadtteil ist das Industriezentrum, mit tabakverarbeitenden Betrieben, einer Textilfabrik und der Star-Brauerei . Hier wird THB, das einzige madagassische Bier hergestellt. Wenn es kalt ist, hält es jedem internationalen Vergleich stand. Auch warm kann man es noch gut trinken. Ausserdem wird hier Cola und Fanta abgefüllt, mit Caprice eine gute Orangenlimonade hergestellt und Anglais Bourbon produziert. Antsirabe ist ein Zentrum des Edelsteinhandelss. Tourmaline, Beryl, Aquamarin, Amethyst, Rosenquartz und viele andere Steine finden sich hier. Es gibt einige Edelsteischleifereien. In der Umgebung von Antsirabe sind zwei Seen, der Lac Tritriva und der Lac Andraikiba . Während letzterer einem Erholungsbad ähnelt, welches schon bessere Zeiten gesehen hat, gibt es um den Lac Tritriva, der mehr oder weniger die Form Madagaskars hat, einen interessanten Rundweg. Er kann ein schöner Spaziergang sein. Natürlich hat der See eine Geschichte in der Art von Romeo und Julia. Er soll zu 146 m tief sein und in der Regenezeit sinkt der Wasserspiegel, in der Trockenzeit steigt er. Die Stimmung am See und die Farbe des Wassers ist sehr wetterabhängig. Man trifft viele Fadys. Ein Fady ist örtliches Ver- oder Gebot. Und es hat immer mit den Vorfahren zu tun. Es kann z. B .verboten sein auf einem bestimmten Abschnitt eines Weges zu pfeifen, an einem heiligen Baum vorbeizugehen oder an einer bestimmten Stelle Schweinefleisch zu essen. Normalerweise sind Ausländer von der Einhaltung der Fadys befreit, oder sie werden entschuldigt. Trotzdem sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden und insbesondere in der Nähe von Gräbern und Bestattungsstätten sollten sie beachtet werden.

In Ambositra kann man Kunsthandwerk und Holzschnitzereien der Zafimaniry bewundern. Es gibt ebenfalls eine ehemals von Mönchen betriebene Käserei, die aber nicht immer für die öffentlichkeit zugänglich ist. Der interessante Ort liegt an der Strasse nach

Fianarantsoa . Hier ist eines der Zentren katholischer Missionstätigkeit. In Madagaskar leben 28% Katholiken, 22% sind evangelisch und drei Prozent gehören dem Islam an. Naturreligionen haben eine grosse Bedeutung. Aber auch die Anhänger der anderen Religionen folgen traditionellen Riten. Die Gegend ist gekennzeichnet von landwirtschaftlicher Tätigkeit. Vor allem Reis wird angebaut, aber auch Tee und Wein. Letzeres verwundert auf den ersten Blick, da die Höhe ca. 1150 m beträgt. Trotzdem werden sehr ordentliche Qualitäten erzeugt. Der Besuch einer Weikellerei zum Beispiel Lazan'i Betsileo gehört hier ebenso zum Programm, wie Sahambava Tea Estate, 22 km östlich von Fianar gelegen. In Fianarantsoa beginnt auch die Eisenbahnfahrt nach Manakara . Die Strecke wurde 1927 erbaut. Man passiert Reisfelder, bewaldete Bergketten und gelangt immer mehr in die tropischen Regionen. Das Klima wird merklich feuchter und heisser. Die Aussicht ist grandios. Auf der Strecke werden über 50 Tunnels durchfahren. An zahlreichen Stationen, mal in Ortschaften, mal mitten im Dschungel wird haltgemacht. Und überall kommen die Bewohner mit ihren Produkten, ihren lokalen Spezialitäten und Erfrischungen. Leider fahren die Züge recht unregelmässig.

Von Fianar aus 45 km nach Osten gelangt man nach Ranamofana. Es ist ein kleiner freundlicher Ort. Gleich Antsirabe wurde während der Kolonialzeit ein Thermalbad errichtet. Hier entspringt eine heisse Quelle. Ranomafana heisst auf deutsch "Heisses Wasser". Die Therme ist in Betrieb und wer will kann ein Bad nehmen. Nicht weit vom Ort entfernt liegt der gleichnamige Ranomafana National Park . Es gibt ein kleines Museum, das einige der Pflanzen und Tiere zeigt, die den Besucher im Park erwarten. Der Park selbst hat die Fläche von 41 000 ha. Er liegt zwischen 800 und 1200 Metern hoch, hat eine reiche Flora und Fauna und wird von zahlreichen kleinen Flüssen durchzogen. Der bekannteste Wanderweg ist Talatakely , der quer durch das den Park führt. Es gibt 12 Arten von Lemuren, unter anderem den Goldenen Bambus Lemur, der 1986 von dem deutschen Forscher Bernhard Meier entdeckt wurde. Fast 100 Arten Vögeln und dazu Geckos, Chameleons und wunderschöne, farbige kleine Frösche. Obwohl die meisten Besucher wegen der Tiere kommen sind die Pflanzen in ihrem überschwenglichen Reichtum kaum zu beschreiben. Orchideen, Farne, Palmen, Bambus und eine Vielzahl blühender Pflanzen. Allein 278 verschiedene Baumarten wurden bisher gezählt. Neben einer Nachmittag- und Abendwanderung sollte hier auch ein früher Morgenausflug, mit Besuch des Wasserfalls gemacht werden. Madagaskars Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. Viele der Tiere und Pflanzen gibt es sonst nirgends auf der Welt.

Von Fianarantsoa aus 56 km weiter nach Süden führt die Strasse nach Ambavalao . Aus dem Holz des Regenwaldbaumes Havoha wird in Handarbeit das Antaimoro - Papier hergestellt und mit Blumen oder Ornamenten verziert.

50 km weiter südlich liegt der 31 000 ha umfassende Andringitra Nationalpark . Es ist ein Granit Plateau und hier liegt der Pic Boby , mit 2660 m der zweithöchste Berg des Landes.


Der Süden

Irgendwo südlich von Ambalavao beginnt der Süden Madagaskars. Ranohira liegt 300 km südlich von Fianarantsoa. Die Landschaft hat sich geändert und ähnelt einer Halbwüste. Ranohira ist eine kleine Stadt mit 2000 Einwohnern und der Ausgangspunkt für den Besuch des Isalo Nationalparks . Er wurde 1962 gegründet und ist 82 000 ha gross. Es ist ein magischer Ort, mit überwältigender Aussicht und Landschaft. Diese wechselt zwischen Ebenen, Grasflächen und bizarren Bergformationen. Skulpturen durch Wind und Wetter sind überall anzutreffen. Oft sehen wir das gelb blühende Pachypodium rosulatum, das an einen Minibaobab erinnert. Oder abhängig von der Vorstellungskraft an Menschenherzpflanzen. Es ist leicht möglich mehrere Tage hier mit einer Trekkingtour zu verbringen. Ein beliebtes Ziel ist vom Canyon des Singes zur Piscine Naturelle . Der Weg führt in ein mit Farnen und Moos bewachsenes schmales, tiefes Tal. Die anstrengende Tour geht mit viel Auf- und Abstieg zum Rivi& egrave;re de Sable , einem ausgetrockneten Flussbett. Von hier ist es nicht mehr allzu weit bis zum Piscine Naturelle , und eine erfrischendes Bad tut nun gut. Das Naturbad mit einem kleinen Wasserfall erinnert an Adam und Eva im Paradies.
    Katta im Isalo Nationalpark   Katta im Isalo

Tul& eacute;ar oder Toliara wurde 1895 gegründet und heute leben hier 60 000 Menschen. Die Atmosphäre ist lethargisch und emotionslos, mit Staub, trockener Hitze und die Sonne brät. 25 km nördlich liegt der Strand von Ifaty . Es gibt hier einen Reihe von Resorthotels, mit Tauchmöglichkeiten. Leider gibt es keine Strasse. Eine weitere Attraktion ist das Seeräuberdorf St. Augustin, im Süden gelegen.

So wie Tul& eacute;ar der shooting star Madagaskars ist, ist Fort Dauphin oder Taolgnaro der Urgrossvater. Es wurde bereits 1504 von schiffbrüchigen Portugiesen gegründet. Hier sind einige der schönsten Bade- und Tauchstrände und vielleicht kann man im August Wale beobachten. 85 km entfernt liegt das Berenty Reservat. Es wurde 1936 gegründet und was immer man von privaten Reservaten halten mag, ist einer der erstaunlichsten Plätze im Land. Es gibt natürlich ein grosse Zahl verschiedener Pflanzen und Tiere, die man auf den vielen Wanderwegen sehen kann. Die Lemuren kann man hier füttern, wobei man natürlich zu guten Fotos kommt.


Der Westen

Die Westküste von Mahajanga bis Morondava ist das Gebiet der ethnischen Gruppe der Sakalava. Aufgrund der geografischen Nähe zu Afrika ist dieser Einfluss hier stärker zu spüren, als in anderen Regionen des Landes. Der "wilde Westen" ist die am dünnsten besiedelte Region mit grossen fast unbewohnte Gebieten. In der Gegend um Mahajanga wird Tabak, Baumwolle, Erdnüsse, Kokosnüsse, Cashew, Reis und Zuckerrohr geerntet.

In Mahajanga oder Majunga ist der zweitgrösste Hafen. Der islamische Einfluss einer starken komorischen Gemeinde ist immer noch gross. 1977 gab es Rassenunruhen gegen diese Gruppe und über 1000 Menschen starben. 16 000 Komorer wurden von der Sabena auf die Komoren ausgeflogen, und sind seither als die Sabenas bekannt. Durch die damaligen politschen Machtverhältnisse auf den Komoren, kamen sie von dem Regen in die Traufe. Viele sind mittlerweile zurückgekehrt. Bemerkenswert sind hier ein riesiger Baobab, mit einem Umfang von 15 m, sowie der an eine Felslandschaft in Arizona erinnernde Cirque rouge .

An der Strasse von Antsirabe nach Morondava liegt Miandrivazo . Hier beginnt die Flussfahrt den Tsribihina - Fluss hinunter. Die Reise ist langsam und erholsam. Die Landschaft ändert sich ständig. Während zu Anfang bewaldete Hänge dominieren wird die Umgebung später flacher und der Flusslauf noch breiter und noch langsamer. Es ist eine endlose Vielfalt an Vögeln zu beobachten. Am Ufer gibt es Schlangen und interessante Pflanzen. Die Cascade Anosin' Ampela ist ein grossartiger Wasserfall, der passiert wird. Eine kühle Dusche bietet sich hier an. Die übernachtungen sind am Ufer oder in einem Dorf. Der Fluss ist sehr flach und gelegentlich muss das Boot über eine Sandbank gestossen werden.

Belo sur Tsirbihina liegt im Mündungsdelta und ist der Endpunkt der Flussfahrt. Der Ort ist klein, in der Umgebung sind Sakalava - Gräber und viele Baobabs zu finden. Von hier aus führt der Weg ins

Tsingy oder nach

Morondava , in der Region Menabe , hat ein ausgezeichnetes Klima. 10 Monate im Jahr heisse, trockene Sommertage, mit einer erfrischenden Brise vom Meer.


Der Osten

Lac Alaotra (Zug)

Das Perinet oder Andasibe Reservat liegt zwischen Antananarivo und Toamasina . Das Reservat ist nur 810 ha gross und ist berühmt geworden, weil darin die Indri Halbaffen leben. Die Tiere sehen wie Teddys aus und können bis zu 80 Jahre alt werden. Am besten sind sie in den frühen Morgenstunden zu beobachten.

Toamasina ist der grösste Hafen. Die Strände sind nicht die schönsten des Landes und man sollte vorsichtig sein und vor dem baden fragen, wo es Haie gibt. Die Stadt hat breit angelegte Boulevards und Strassen. Es gibt schöne Märkte, einen Zoo und botanischen Garten.

Die 57 km lange Granitinsel Nosy Bohara oder Ile Sainte Marie liegt im Nordosten von Toamasina und entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert zu einem Stützpunkt für Piraten. Deren Friedhof ist heutzutage die grösste Sehenswürdigkeit der Insel. Der Piratenfriedhof ist zu Fuss nur bei Ebbe zu erreichen und auch dann ist der Weg etwas glitschig. Der Spaziergang dauert etwa 20 Minuten. Der Friedhof ist klein, die Grabsteine sind verwittert und kaum noch zu entziffern. Der Flughafen liegt im Süden der Insel. Der Hauptort heisst Ambodifotatra und liegt 25 km nördlich davon. Es gibt sehr viele kleine Orte, mit wenigen Einwohnern auf Ste. Marie. Die Strasse zum Hautport führt über einen Damm und man eine der ältesten Kirchen des Landes sehen. Wer gerne wandert kommt hier voll auf seine Kosten. Eine ganztägige Wanderung auf der Insel ist ebenso anregend wie eine Fahrradtour mit dem Moutain Bike oder ein Ausflug mit einer Piroge zum fischen oder schnorcheln. Man muss immer damit rechnen nass zu werden, da es hier recht häufig regnet.

Manakara

Der Norden

Nosy Bé (grosse Insel) ist die grösste Insel vor Madagaskars Küste. Die Region ist touristischer weit mehr erschlossen, als der Rest des Landes. Die meisten Reisenden kommen mit dem Flugzeug. Die ersten Bewohner waren im 15. Jahrhundert wahrscheinlich indische Händler, die hier eine Zwischenstation einlegten. 1839 floh die Sakalava Königin Tsiomeko vor den übermächtigen Merina hierher und bat die Franzosen um Hilfe. Diese halfen gern und betrachteten Nosy Bé hinterher als ihr Protektorat. Der grösste Ort der Insel heisst Andoany oder Hell-Ville . Es gibt einen schönen Markt, mit vielen Gewürzen wie Vanille, schwarzem und grünem Pfeffer, Safran oder Zimt. Es gibt auch gute Gelegenheiten den einheimischen Rum zu probieren. Im Osten von Nosy Bé kann die Ylang-Ylang Produktion besucht werden. Er dient als Grundstoff für die grossen Parfums dieser Welt. Einen kleine Test kann man auch in einer Boutique in Hell-Ville machen. Es gibt natürlich einige gute Strände hier. Einer der schönsten ist der Ambatoloaka -Strand . Man kann hier in das Dorf integriert wohnen und am Leben der Inselbewohner teilhaben. Gute Möglichkeiten gibt es hier zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen. Schöne Ausflugsmöglichkeiten bieten einige kleine vorgelagerten Inseln, wie z. B. Nosy Komba , mit einem kleinen Lemuren - Zoo. Oder Nosy Tanikely eine kleine Insel westlich von Nosy Komba, mit einem grossartigen Korallenriff, farbigen Fischen und einer faszinierenden Unterwasserwelt. Die Ausflüge können mit dem Motorboot oder einer Piroge gemacht werden. Falls hier der Wind nicht mitspielt, hat man eine gute Gelegenheit den eigenen Bizeps ordentlich zu trainieren.

Wenn auch die Insel Nosy Bé der bekannteste Teil des Nordens ist, sollte man doch auf den restlichen Teil des Nordens nicht verzichten. Die grösste Stadt, mit 70 000 Einwohnern ist Antsiranana (Diego Suarez). Die Region ist auf dem Landweg nur in der Trockenzeit problemlos zu erreichen. Der Hafen erscheint Romantikern Rio de Janeiro nicht unähnlich. Da ist auch ein kleiner Zuckerhut, genannt pain de sucre aber die Stadt hat keine Ähnlichkeit mit der brasilianischen Metropole. In der Nähe liegt der attraktive Ramena Strand . Etwas weiter nördlich liegen drei ruhige Badebuchten, innerhalb eines militärischen Sperrgebietes. Mit einer offiziellen Erlaubnis und gegen ein kleines Trinkgeld ist der Besuch möglich. Einige weitere kleine Inseln lohnen den Besuch.

Von Antsiranana startet man in den 40 km südlich gelegenen Montagne d'Ambre National Park. Er ist zum ideal wandern, auch der Aufstieg zum 1474 m hohen Montagne d'Ambre lässt sich relativ leicht meistern. Es gibt einige Tier- und Pflanzenarten, die sich weiter südlich nicht finden. Besonders die Lemuren sind hier aber sehr scheu, sie haben einige unerfreuliche Erfahrungen mit Menschen gemacht. Das Tierleben ist vielfältig, mit Reptilien, Fröschen, Geckos, Chamäleons und Schlangen.

Das Ankarana Reserve, weitere 60 km nach Süden ist die zweite Tsingy Formation nach Bemahra. Mit Schluchten, Höhlen und einer erstaunlichen Tierwelt.





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