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Klaus Bad Dürkheimer bietet Wildnis pur


Klaus Sperling lebt jetzt auf Madagaskar und bietet Touren für Touristen an / Früher mit Imbissstand auf Festen

Von Klaus Heimer, Antananarivo

Zwölf Jahre war der Imbissstand des gebürtigen Bad Dürkheimers Klaus Sperling auf dem weithin bekannten Wurstmarkt ein vertrauter Anblick. Nach der Umschulung zum Reiseverkehrskaufmann war der heute 46-jährige auch als Reiseleiter in Brasilien tätig und er würde sicher heute noch vielen Menschen seiner Heimatstadt schöne Urlaubsziele schmackhaft machen, wenn, ja wenn er nicht 1996 dank eines Sonderangebotes erstmals die Tropeninsel Madagaskar bereist hätte.

Das Land, die Natur und die Menschen faszinierten den Pfälzer und zogen ihn derart in ihren Bann, das er in der Folgezeit insgesamt sieben mal innerhalb eines guten Jahres als Tourist wiederkam. Beim dritten Trip lernte Klaus Sperling in der Edelsteinmetropole Antsirabe im Hochland seiner persönlichen Trauminsel seine Frau kennen, die er 1999 heiratete; standesamtlich in Madagaskar, kirchlich in Deutschland. Pfarrer Sören Rockenbach hat sie in der Klosterkirche Seebach getraut und auch die beiden Kinder Michelle und Martin getauft.

Für Klaus Sperling war es nach den vielen Reisen innerhalb eines kurzen Zeitraumes fast eine zwangsläufige Entscheidung, seine bisherige Heimat zu verlassen und sich eine völlig neue Existenz aufzubauen. Er hat grosse Teile des Landes inzwischen erkundet, dabei auch viele Strapazen auf sich genommen und vor zwei Jahren damit begonnen, nicht alltägliche Touren für Besucher aus aller Welt anzubieten. Am Computer in dem kleinen Büro, etwas abseits von der Hauptdurchgangsstrasse von Antsirabe, arbeitet er seine Programme aus, verschickt E-mails und hält Kontakt zu Reiseveranstaltern in der Hauptstadt Antananarivo und in Deutschland, die ihren Kunden etwas Besonderes bieten wollen.

Bevor er eine Route ausschreibt, lernt er diese selbst unter viel härteren Bedingungen als seine späteren Kunden kennen. Für diese muss natürlich alles genau geplant sein, wenn auch überraschungen nicht immer ganz auszuschliessen sind. Expeditionen in die Wildnis will er auch künftig verstärkt anbieten, neue, noch unbekannte Pfade für Gleichgesinnte entdecken und begehbar machen.

Die Kontakte nach Bad Dürkheim gehen trotz der Entfernung von rund 8000 Kilometern, die zwischen dem alten und neuen Wohnsitz liegen, nicht verloren. Vater und Schwester kommen einmal im Jahr und Familie Sperling fliegt ebenfalls jährlich in seine Heimat. Der Madagaskarfan hat nach der Schule zunächst in Ludwigshafen eine Buchhändlerlehre absolviert, war dann mit seinem Imbiss, übrigens der erste, der auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt Bratkartoffeln anbot, in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern auf vielen Festen präsent. Danach wechselte er in die Getränkevertriebsabteilung eines Frankenthaler Supermarktes, bevor er nach der Umschulung den Weg in ein Kuseler Reisebüro fand, der sein weiteres Leben verändern sollte.

Während er von seiner neuen Heimat schwärmt, wächst nebenan das grössere Wohnhaus aus Backsteinmauerwerk langsam in die Höhe. Hier sollen Familie und Büro, jetzt noch in sehr beengten Verhältnissen untergebracht, einmal in guter Harmonie eine Bleibe finden. Seine Touren arbeitet Klaus Sperling in deutscher, englischer und französischer Sprache aus. Nach Möglichkeit begleitet er Kunden aus dem deutschsprachigen Raum selbst bei den sieben- bis zehntägigen Touren. Der Pfälzer hat sich auf den Westteil des Landes spezialisiert, der weitgehend unbewohnt ist. Die wildromantische Gegend mit den abwechslungsreichen Landschaftsbildern kann auf den Pirogenfahrten auf dem Tsiribihina hautnah kennengelernt werden. Stationen der Programme sind zudem der heilige Baobab, die weltweit einzigartige Baobaballee bei Morondava, Gräber des Volksstammes der Sakalava mit erotischen Figurschnitzereien und der Nationalpark Tsingy de Bemaraha mit bis zu 30 Meter hohen Kalksteinnadeln, auf denen oft Lemuren turnen. Unterwegs können weitere Halbaffen beobachtet werden.
Abenteuer pur versprechen die anspruchsvollen Trekkingtouren zu den Zafimaniry, die in Madagaskar bekannten Holzschnitzer. Zu Fuss, per Lkw oder Buschtaxi werden die Etappen zurückgelegt. Erfahrene einheimische Träger für das Gepäck stehen zur Verfügung.
Wem es jetzt in den Fussohlen juckt und wer gerne mehr über Klaus Sperling und seine Exkursionen erfahren möchte, der kann ihm ein E-Mail - roadhouse@simicro.mg - schicken.
Seine Postanschrift: madagascar roadhouse voyages, B.P. 313, Lot 1118-J-36, Mahazoarivo Avaratra, 110 Antsirabe, Madagaskar.
Internet: www.tsiribihina-tsingy.de



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